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Entstehungsgeschichte

 

Über den Pudelpointer

 

Der Pudelpointer entstammt ursprünglich - wie der Name schon verrät - der Verbindung Pudel x Pointer. Es mag heute erstaunlich anmuten, daß der Pudel, der uns nur noch als Modehund bekannt ist, zur Begründung einer Jagdhundrasse Verwendung gefunden hat. Denn nur wenige Zeitgenossen werden wissen, daß der große, kraushaarige Pudel (Königspudel) ursprünglich ein vorzüglicher Jagdhund war und bis in das vorige Jahrhundert mit bestem Erfolg geführt wurde. Besonders gerühmt wurden seine Stöber- und Wasserpassion, sein Spurwille und Spurlaut, seine Apportierlust und Verlorenbringerfähigkeit, seine Raubwildschärfe, Intelligenz und Lernfähigkeit. Ja, er galt als der intelligenteste aller Hunde.
Besser als die einstigen jagdlichen Qualitäten des Pudels sind den Jägern unserer Zeit die Vorzüge des Pointers bekannt. Der Pointer galt einst wie heute als der im Feld unübertroffene englische Vorstehhund mit der weiten, nie versagenden Nase, dem feurigen Temperament, der enormen Ausdauer, der Schnelligkeit mit raumgreifender Suche und festem Vorstehen, überhaupt als der Hund mit den brillantesten Feldmanieren.

 

 

 

Hegewald 

 Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wäre man aber wohl niemals auf den Gedanken gekommen, zwei auf den ersten Blick so entgegengesetzt wirkende Vollblutrassen wie Pudel und Pointer zu verschmelzen und züchterisch weiterzuentwickeln, wäre nicht der Zufall zu Hilfe gekommen. Denn zunächst rein zufällig entstandene und später auch beabsichtigte Gebrauchskreuzungen mit Pudelblut hatten sich bewährt. So zitiert Dr. Ströse 1902 in der Deutschen Jägerzeitung einen Satz aus einem im Jahre 1817 erschienenen Buch: "Die besten Jagdhunde sind Blendlinge von dem großen Pudel." Es blieb nicht aus, daß es auch zu zufälligen und später zu beabsichtigten Kreuzungen zwischen Pudeln und Pointern kam, die aber als F1-Generation nicht weiterentwickelt, sondern als Gebrauchskreuzungen verbraucht wurden. Von zwei solchen Zufallspudelpointern, der braunen Hündin "Juno" und dem schwarzen Rüden "Nimrod", berichtet Hegewald in seinen Schriften über den Gebrauchshund. Beide waren Spitzenhunde im vielseitigen Jagdgebrauch des Altmeisters. Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, wollte man die Lobeshymnen Hegewalds auf diese beiden Hunde hier wiedergeben. Aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in England, Spanien und Amerika hatte man mit Kreuzungsprodukten aus Pointer- und Pudelblut beste Erfahrungen gemacht. Den Engländern war es sogar schon gelungen, aus Pointer x Pudel eine kraushaarige Apportierhunderasse zu entwickeln und durchzuzüchten, den "Curly Coated Retriever". Es ergab sich nun zwangsläufig, daß Altmeister Hegewald besessen war von dem Gedanken, für den vielseitigen Jagdgebrauch aus Pudel- und Pointerblut eine rauhaarige Halbblutrasse zu begründen und weiterzuentwickeln, welche die Vorzüge beider Ursprungsrassen in sich vereinigte und konstant weiter vererbte. Es war aber nicht Freude am Experimentieren, die ihn dazu trieb, sondern die Erkenntnis, daß aus den altdeutschen Hühnerhunden, die zu ruhig und zu hetzunlustig geworden waren und denen es auch an Nase fehlte, in Zukunft wohl kaum noch Zuchtstämme mit Gebrauchshundanlagen herausgezüchtet werden konnten. Denn man war noch nicht auf den Einfall gekommen, die Altdeutschen mit englischem Vollblut zu mobilisieren

 

 

 

Stiftsförster Walter 

 So wurde nach langem Hin und Her und trotz aller polemischen Anfechtungen der damaligen Kynologie 1881 der Anfang gewagt. Der erste gezielt gezüchtete PP-Wurf fiel beim Stiftsförster Walter in Wolfsdorf bei Goldberg in Schlesien aus der schwarzen Pudelhündin "Molly" nach dem weißbraunen Pointer schweren Schlages "Tell". Dieser Verbindung entstammte "Cora von Wolfsdorf", die schon weitgehend Hegewalds Vorstellungen vom Pudelpointer entsprach: Die jagdlichen Anlagen beider Ursprungsrassen und das Exterieur eines großrahmigen, rauhhaarigen, dürrlaubbraunen Pointers, aus dem der Pudel in äußerer Figur herausgezüchtet werden sollte. Diese Hündin galt lange Zeit als Leitbild. Insgesamt wurden neun Urstämme aus Pudel x Pointer begründet, bei denen acht schwarze und ein brauner Pudel und neun weißbraune Pointer verwendet wurden. In sieben Urstämmen war der Vater ein Pudel und in zwei Urstämmen ein Pointer.

 

 

 

 

 

 

Edgar Heyne 

 Es wurden nun nicht etwa Pudelpointer der F1-Generation untereinander gepaart, was sofort zu Aufspaltungen sowohl im Phänotyp als auch im Genotyp geführt hätte, sondern die F1-Generation und auch die nächsten Generationen wurden mit weißbraunen Pointern rückgekreuzt, wodurch der Heterosiseffekt (Bastardeffekt: Enorme Steigerung der Anlagen und Leistung gegenüber der Elterngeneration) immer wieder erneuert und sogar gesteigert wurde. Erst allmählich ging man auch zu Paarungen von Pudelpointer x Pudelpointer über. Von 1924 bis 1945 wurde bereits absolute Reinzucht betrieben. Erst nach dem zweiten Weltkrieg, als die Zuchtbasis in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit auf ein Minimum gesunken war, erfolgte gezielt und mäßig erneute Pointerblutzufuhr, wodurch eine Inzuchtdepression verhindert und ein erneuter Heterosiseffekt erzielt wurde. Nach nun folgender fast dreißigjähriger Zuchtplanung nach dem Prinzip der Reinzucht ist 1983 wieder ein engbegrenzter Versuch mit Pointerblut unternommen worden. Die Nachkommen, die zunächst einmal der Zuchtsperre unterliegen, werden immer einem strengen Ausleseverfahren unterzogen.

Die beiden in der PP-Zucht praktizierten Zuchtverfahren sind also die Reinzucht und gelegentlich die begrenzte Rückkreuzung mit Pointerblut, letztere nur mit Genehmigung der Jahreshauptversammlung. Während man durch die im Rahmen der Reinzucht praktizierte Linienzucht, die gleichzeitig leichte Inzucht bedeutet, ein ausgeglichenes konstantes Leistungsniveau und einen einheitlichen Typ erreicht, bringen gelegentlich vorgenommene Rückkreuzungen nur relativ kurzfristige Erfolge (Heterosiseffekt). Bei etwas eng gewordener Zuchtbasis wirkt man durch Rückkreuzungen allerdings Inzuchtdepressionen entgegen.

Der Pudelpointer ist kein Schlag des deutschen Vorstehhundes, was fälschlicherweise und zeitweise sogar sehr lautstark behauptet wurde und wird, sondern eine rauhhaarige Vorstehhundrasse, die genetisch auf die Ursprungsrassen Pudel und Pointer zurückgeht und völlig isoliert von den anderen deutschen Vorstehhunden entstanden ist. Wohl hat der Pudelpointer zur Gründung des "Deutsch-Drahthaar" maßgeblich beigetragen. Das sind Fakten, die nicht verwechselt werden dürfen.

Obwohl Pudelblut nur zur Gründung der Urstämme verwendet wurde, ist es erstaunlich, wie sich das alte Pudelerbe, das sich äußert in Intelligenz, Dressurfähigkeit, Spurwillen und Spurlaut, Bringfreude, Findigkeit bei der Verlorensuche, Stöberpassion, Wasserfreude und Raubwildschärfe, auch beim heutigen Pudelpointer erhalten hat.

Der Pudelpointer wird, wie alle deutschen Vorstehhunde, als vielseitiger Jagdgebrauchshund für die Feld-, Wasser- und Waldjagd gezüchtet. Natürlich wird nicht jeder Pudelpointer vielseitig geführt, da die jagdlichen Möglichkeiten vieler Jäger heute mehr denn je häufig stark eingeengt sind.

Im Feld soll der Pudelpointer, obwohl er nicht als ausgesprochener Feldspezialist gilt, eine schnelle, raumgreifende, pointerähnliche Suche mit feiner, weiter Nase, mit festem Vorstehen und ruhigem Nachziehen zeigen. Obwohl die eigentliche klassische Feldarbeit, die Hühnersuche auf weiter, ungeschälter Stoppel im Wechsel mit vergilbten Kartoffelbreiten, der Vergangenheit angehört, halten wir an diesem Zuchtziel fest und lassen uns auch nicht von gegenteiligen Meinungen beirren. Denn unsere Pudelpointer sind dressurmäßig so beeinflußbar, daß sie dort, wo sie kurz bleiben müssen, auch kurz unter der Flinte suchen. Auch sind sie aufgrund ihres Pudelerbes so intelligent, sich der jeweiligen Fluchttechnik des Wildes anzupassen. So haben sie bei etwas Praxis sehr bald heraus, daß der Fasan, im Gegensatz zu den nach vorn strebenden Hühnern, in hoher Deckung sich oft nach hinten wegdrückt und nur bei ruhiger, kurzer und auch kreisender Suche um die Schützen herum zu finden ist. In der heute wegen der veränderten Jagdverhältnisse oft propagierten Zucht auf kurze Suchanlage sehen wir die Gefahr der Rückzüchtung auf den altdeutschen Vorstehhund.

Die Wasserpassion des Pudelpointers ist sprichwörtlich. Das durchschlagende Pudelerbe hat sich seit der Gründung der Urstämme bis auf den heutigen Tag erhalten. Ein Pudelpointer mit nur mäßiger Neigung für das nasse Element verdient nicht die Rassebezeichnung.

Auch als Waldhund hat sich der Pudelpointer seit seiner Begründung immer wieder bewährt. Forstmänner im Hunsrück und in der Eifel führten ihn einst bei der Nachsuche auf Schalenwild. Auch aus den letzten Jahrzehnten sind uns viele Beispiele erfolgreicher Schweißarbeiten bekannt. Als sicherer Verlorenbringer und Lautstöberer hat sich der PP einen Namen erworben.

 

 

 

 

 

Der Pudelpointer wird einfarbig gezüchtet, wobei kleine weiße
Abzeichen, wie z. B. weißer Brustfleck, ohne Belange sind. Die von Hegewald erstrebte Farbe war dürrlaubfarben, die beste Tarnfarbe für den Jagd- und Forstschutz. Das heutige Zuchtziel ist mehr auf mittelbraun bis dunkelbraun ausgerichtet. Schwarz wird geduldet und findet sich häufig nach Einpaarung von Pointerblut und hält sich als dominante Farbe über Jahrzehnte.
Das gewünschte Haar beim PP ist knapp bis derb rauh mit guter Unterwolle, mit ausgeprägtem Bart, mindestens angedeuteter Stirnlocke und voller Bauchbehaarung. Unerwünscht ist zu langes, dünnes und weiches Haar. Kurzhaarige Hunde sind von der Zucht ausgeschlossen.
Obwohl es immer wieder mal Rückschläge auf die beiden Ursprungsrassen gibt (Wollhaar des Pudels, Kurzhaar des Pointers), haben die Pudelpointer heute überwiegend das von der Zuchtordnung geforderte Haar. Nach Zufuhr von Pointerblut müssen wir aber über mehrere Generationen mit vermehrtem Vorkommen kurzhaariger Hunde rechnen, da man ab der F2-Generation mit ihren Aufspaltungen den rauhhaarigen Welpen eines Wurfes nicht ansieht, welche von ihnen reinerbig und welche spalterbig rauh sind. Denn aus spalterbig rauhhaarigen Hunden mendeln immer wieder auch kurzhaarige Nachkommen heraus. Da aber die "Pointerlinge", wenn sie überhaupt zur Zucht freigegeben werden, niemals untereinander, sondern immer mit Reinzucht-Pudelpointem gepaart werden, bekommt die Zucht das Rauhhaar wieder in den Griff.
Nach der politischen Teilung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg gab es nur in den ersten Jahren noch züchterische Kontakte zwischen Ost und West. Die Züchter im Gebiet der DDR, wo bis zum zweiten Weltkrieg Hochburgen der PP-Zucht standen, waren zur Erweiterung der Zuchtbasis zum Austausch mit der damaligen CSSR gezwungen, wobei Pudelpointer eingeführt wurden, die zum Teil das Blut der DDR-Zuchtlinien hatten. Aber auch Pointerblut wurde eingepaart, ein Zuchtweg, der in der BRD ja auch praktiziert wurde. Der Leistungsstand war in den 60er Jahren sehr hoch und die Nachfrage nach Pudelpointern groß. Viele Welpen gingen an Forstleute, von denen aber nur wenige sich zum Züchten entschlossen. Dadurch wurde die Zuchtbasis immer kleiner, und die PP-Population konnte sich nur durch den Austausch mit der CSSR und die häufige Einkreuzung von Pointerblut halten. In ihrer Not beschritten PP-Züchter sogar einen bis dahin nie praktizierten Zuchtweg und ließen PP-Hündinnen von DD-Rüden belegen, so daß ein Teil der Pudelpointer bei der Wiedervereinigung anteilmäßig DD-Blut führte. Seit 1990 gilt auch hier wieder das Prinzip der Reinzucht. Welpen mit DD-Anteil erhalten keine Ahnentafeln des Vereins Pudelpointer. Die Gründung der Landesgruppe Mitteldeutschland bedeutete den endgültigen Schritt in das einheitliche Lager.
Außerhalb Deutschlands gibt es nennenswerte PP-Zucht in Österreich und Kanada, deren Linien auf bundesdeutsche PP-Stämme zurückgehen, und in der Tschechischen Republik. In Kanada muß sich der Pudelpointer im edlen Wettstreit des Fieldtrials mit Pointern und Settern messen, wobei er bisher immer noch zeigen konnte, wozu er fähig ist.
Da der Pudelpointer als vielseitiger Jagdgebrauchshund beim Stöbern im dornenreichen Gelände Gefahr läuft, sich die Rutenspitze zu verletzen, werden die PP-Welpen - wie das bei allen kurz- und rauhhaarigen Jagdgebrauchshundrassen gehandhabt wird - im Alter von drei oder vier Tagen kupiert, indem etwa ein Viertel der Rutenspitze abgetrennt wird. Um Tierquälerei durch Verletzungen der langen Rute zu vermeiden, müssen wir auch weiterhin auf dem Recht des Rutenkupierens bestehen, wenn wir auch in Zukunft unsere Pudelpointer für den vielseitigen Jagdgebrauch züchten wollen.
Von Adolf Wienecke, zum 100 jährigen Bestehen des Verein Pudelpointer.

 

 

 

Oberländer 

Am 16.01.1897 erließ Oberländer einen Aufruf zur Gründung des Vereins der Pudelpointer-Züchter. Am 17. Juli 1897 wurde der Verein dann in Darmstadt gegründet.

 

Seit 1990 bis 2011 lief unter dem Zwingernamen "von Holstein" der sogenannte "Zuchtversuch". Hier wurde insbesondere durch den Pioniergeist, das finanzielle Engagement und dem herausragenden Idealismus von Herrn Klaus Asmus/ Kollmar die Idee "Begründung eines neuen Urstammes Pudel X Pointer" Wirklichkeit.


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